Inhalte für Rheinfelden!


Aktuell

Stacks Image 442
Nächster Termin: Sektionsversammlung am Freitag, 25. Mai 2018

Einladung zur
Sektionsversammlung vom 25. Mai 2018
Liebe Mitglieder,
liebe Sympathisantinnen und Sympathisanten

Wir treffen uns
am Freitag, 25. Mai 2018, um 19:30 Uhr im Rathauskeller (im Rathausinnenhof) und besprechen folgende Themen:
  • Themen der Gemeindeversammlung vom 13. Juni 2018
  • Hauptthema ab 20:15 Raumentwicklungskonzept für Rheinfelden
Aktuell wird in Rheinfelden durch den Stadtrat das Raumentwicklungskonzept erarbeitet. Dazu wurde eine Begleitgruppe einberufen, an welcher auch Vertreterinnen und Vertreter der SP teilnehmen. An der Versammlung wollen wir das Raumentwicklungskonzept breit diskutieren, damit unsere Vertreterin und unser Vertreter unsere Anliegen einbringen können.

Das Raumentwicklungskonzept ist das Steuerungs- und Führungsinstrument der Gemeindeentwicklung und die strategische Grundlage für die Nutzungsplanung, somit die Basis für die Bau- und Nutzungsordnung von Rheinfelden. Es weist die Richtung und schärft das Bewusstsein von Gemeinderat und Bevölkerung, wie sich Rheinfelden in seinen Quartieren entwickeln soll und weshalb dies so ist. Sämtliche Teilbereiche des Lebens werden mit dem Raumentwicklungskonzept abgedeckt. Fragen werden beantwortet wie, stehen in Rheinfelden Hochhäuser und in welchen Quartieren sollen sie stehen? Braucht es neben dem Park im Osten weitere Naherholungsräume für die Bewohnerinnen und Bewohner und wo sollen sie entstehen? Wo hat das Gewerbe seinen Platz und wie sind die Zufahrten zu diesen Gewerbebetrieben? Welche Quartiere haben erhöhtes Verkehrsaufkommen und welche Quartiere sind ruhig? Wo gehen die künftigen Kinder von Rheinfelden zur Schule? Und viele Fragen mehr…

An diese Versammlung sich auch Nichtmitglieder herzlich willkommen. Fragt in eurem Umfeld nach, wer sich für die Raumentwicklung interessiert und bringt sie zur Versammlung mit oder ladet sie auch 20:15 ein, dann starten wir mit diesem Thema.

Solidarische Grüsse vom Vorstand

Claudia Rohrer
Präsidentin


Unsere Abstimmungsparolen
Am 10. Juni 2018 sagen wir …

Es sind keine kantonalen Vorlagen abstimmungsreif.



NEIN zur Vollgeld-Initiative (Volksinitiative «Für krisensicheres Geld: Geldschöpfung allein durch die Nationalbank»)

Stimmfreigabe zum Bundesgesetz über Geldspiele


Kommentar von Claudia Rohrer in LINKS (Mitgliederzeitung der SP Schweiz)
Vollgeld: JA oder NEIN?
Die VoJlgeldinitiative ist schwer zu erklären. Dies auch deshalb, weil unsere Vorstellungen, wie Banken funktionieren, nicht mehr dem effektiven Funktionieren von Banken entspricht.
Wenn ich 100 Franken auf mein Bankkonto in bar einzahle, gehe ich davon aus, dass mir die Bank diese wieder ersetzt. Hinter meiner 100er Note steckt Vollgeld, die Nationalbank bürgt dafür, dass der Gegenwert von 100 Franken vorhanden ist. Sobald ich diese Note auf mein Konto einzahle, wird diese Note zu Buchgeld. Meine Note, das heisst, mein Vollgeld, gibt sie weiter. Nun ist meine Einlage nicht mehr in ihrer vollen Höhe gesichert, nur bis zu 100‘000 Franken sind Bankkonten garantiert.
Jede erwerbstätige Person spart monatlich, die Arbeitgeber_innen zahlen die Pensionskassenbeiträge für uns an die Pensionskassen, und diese verwalten unser Geld. In den Pensionskassen werden riesige Werte verwaltet, es wird mit ihnen im besten Fall zusätzliches Geld erwirtschaftet. Für diese Werte steht kein Vollgeld zur Verfügung, es handelt sich mehrheitlich um Buchgeld. Eine Garantie besteht nicht. Hier sind wir Sparerinnen und Sparer verwundbar.
Die Befürworterinnen und Befürworter erhoffen sich eine grössere Stabilität und Sicherheit. Die Gegnerinnen und Gegner sehen den Modellwechsel als Experiment mit einem grossen Risiko für den Wirtschaftsstandort Schweiz. Die SP Schweiz sympathisiert inhaltlich mit der Vollgeldinitiative, lehnt sie jedoch als risikoreiches Experiment ab. Letztendlich dürfte die Vollgeldinitiative daran scheitern, dass sie im Detail nicht zu erklären ist.

Mehr dazu siehe.
Die Rechtsanwältin Claudia Rohrer von Rheinfelden ist SP-Grossrätin.


Auch dieses Jahr im Rheinfelder Rumpel:
Die Fricktaler Feier zum 1. Mai 2018
Stacks Image 655

Flyer zum Download:


Frauen und Politik im Fricktal
Veranstaltung zum Thema "Stadtentwicklung" mit reger SP-Beteiligung
Stadtentwicklung geht uns alle an!

Anna Borer und Christine Ziegler sowie Tom Steiner haben als Fachleute die Themen Stadtgestaltung und verdichtetes Bauen den sehr interessierten Frauen näher gebracht.

Wie wird eine Umgebung so gestaltet, dass sie alltaugstauglich wird?
Die drei Referierenden haben viel Erfahrung in Architektur und begleitenden Prozessen gesammelt. Sie sprechen sich dafür aus, dass bei Planungsprozessen schon zu Beginn eines Bauvorhabens die öffentliche Beteiligung der Bevölkerung notwendig ist. Frauen wissen, wie der öffentliche Raum gestaltet werden sollte, damit er alltagstauglich wird auch für Kinder und ältere Menschen. Aus ihrer Alltagserfahrung heraus sind sie wichtige Partnerinnen für die Planungsfachleute. Damit möglichst wenig Einsprachen bei der Baubewilligung erfolgen und Zeit und Kosten gespart werden können, ist es sinnvoll, wenn die vielfältigen Bedürfnisse zuerst abgeholt werden.
Eine Gemeinde sollte eine eigentliche Planungskultur entwickeln, damit ihre Bevölkerung sich in allen Phasen der Planung frühzeitig und stufengerecht mit ihren Wünschen und Bedürfnissen einbringen kann. Leider sind Gemeindebehörden oft ängstlich und befürchten schwierige Verhandlungen, zu hohe Erwartungen und Unverständnis der eingeladenen Bevölkerung. Ebenso könnte das Planungsverfahren länger dauern. Wenn jedoch ein Bauvorhaben angegriffen wird und Einsprachen erfolgen, dann kann dies langwierige Verzögerungen geben. Gedanken zur Identität der Gemeinde, verschiedene Formen der Mitwirkung können helfen, allseits zufriedenstellende Projekte zu realisieren.

Geschlechterverhältnisse neu denken
Leider sind sind Frauen in Planungs- und Umweltberufen immer noch öfters die Ausnahme. Dies zeigt sich auch in den Behörden und Kommissionen, die sich mit Bauen befassen. In geschlechtergemischten Gremien ergeben sich umfassendere Lösungen und partnerschaftliche Arbeitsteilung ist möglich. Das lokale Wissen der Frauen ist wichtig, damit eine Gemeinde z.B. bezüglich Sicherheit ihre Weggestaltung und Beleuchtung so plant, dass das Wohlbefinden auch nachts gut ist. Der öffentliche Raum gehört der ganzen Bevölkerung und somit ist diese auch aufgefordert, sich frühzeitig zu äussern. Die nötigen Abläufe dafür sind von der Gemein-de so zu planen, dass beide Geschlechter sich ohne Probleme einbringen können.
Die FachFrauen Umwelt (ffu-pee), die sich beruflich mit Umweltfragen und Fragen der nach-haltigen Entwicklung befassen, gründeten einen Verein, der über 1‘000 Mitglieder zählt. Ebenso hilft der Verein Lares „Verein gender- und alltagstaugliches Planen und Bauen“ , dass diese neue zukunftsfähige Arbeitsweise sich verbreitet. In Baden z.B. wird regelmässig zum „Stadtlabor“ eingeladen, um über die Stadt zu diskutieren. Die Themen gehen von Dichte, über Lebensqualität, von Chancen und Risiken der Stadtentwicklung bis zu sozialen Räumen und deren Gestaltung.

Verdichtet wohnen oder nicht?
Tom Steiner zeigt Beispiele einer sinnvollen Siedlungsentwicklung und macht auf Raumplanungsfragen aufmerksam. Der Rheinfelder kennt sich bestens bei Mitwirkungsverfahren aus, berät er doch in seiner Berufsarbeit zahlreiche Gemeinden und Städte. Auch er plädiert für partizipative und kooperative Prozesse in Bau und Planung. Auf die Frage, ob Hochhäuser empfehlenswert seien, antwortet er, dass es kein ja oder nein gibt, sondern auf die Umge-bung, die Geschichte des Ortes und die Bedürfnisse der Eigentümer und der Bevölkerung Rücksicht genommen werden muss. Was aus Architektensicht ästhetisch wirkt, muss nicht unbedingt für die Nutzenden funktional sein.
Gegen innen zu verdichten bei einer locker bebauten Siedlung kann sehr viel Sinn machen, gute Beispiele wurden dabei genannt und gezeigt z.B. die Kalkbreite-Siedlung in Zürich.
Jedoch auch im Fricktal gibt es gute Beispiele von verdichtetem Wohnen. In Rheinfelden mit der neuen Bau- und Zonenplanrevision ist z.B. die Bevölkerung gefragt, sich mit ihrem Wohnort genauer zu befassen.

Die anwesenden Frauen von „Frauen und Politik im Fricktal“, das Forum für interessierte Politikerinnen und Frauen aus der Bevölkerung, durfte einen sehr lebendigen Morgen geniessen. Die Sensibilisierung auf dieses wichtige Thema scheint gelungen zu sein und Taten der Einflussnahme werden folgen!

Im Namen von „Frauen und Politik im Fricktal“

Kathrin Frey, Nadja Burgherr und Brigitte Rüedin

Stacks Image 642


Sitzung des Grossen Rats vom 20. März 2018
Claudia Rohrer nur teilweise zufrieden mit dem Regierungsrat
In der Sitzung des Grossen Rats vom 20. März 2018 verhalf die bürgerliche Mehrheit einem unsäglichen Entscheid zum Durchbruch: sie überwies mit 71 zu 53 Stimmen einen Vorstoss, der die Sozialhilfe generell um 30 Prozent kürzen will. Nur wer sich integrationswillig und engagiert verhält, soll mit Bonuszahlungen wieder auf den ursprünglichen Betrag kommen. Der Titel «Motivation statt Sanktion» ist dabei trügerisch und zynisch: Es geht nicht um Motivation, sondern darum, alle Sozialhilfeempfänger_innen unter Generalverdacht zu stellen, was krass diskriminierend ist!

Ein aus Fricktaler Sicht bemerkenswertes Votum hielt Claudia Rohrer zur Antwort des Regierungsrats auf:
17.286 Interpellation Claudia Rohrer, SP, Rheinfelden (Sprecherin), Roland Agustoni, GLP, Rheinfelden, Peter Koller, SP, Rheinfelden, und Elisabeth Burgener, SP, Gipf-Oberfrick, vom 14. November 2017 betreffend Stellenabbau der Firma Roche, Kaiseraugst, bei Stellen mit niedrigem Kompetenzniveau

Sehr geehrter Herr Grossratspräsident, sehr geehrter Herr Landammann, sehr geehrte Damen und Herren Regierungsräte, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen
Wenn ich hier stehe und so vor dem Regierungsrat und dem Grossen Rat stehe, komme ich mir vor, wie ein Teil einer schlechten, in die Jahre gekommenen Beziehungskiste:
  • Man kann und will nicht ohne den anderen Teil, aber man muss halt irgendwie.
  • Man sieht sich nur selten.
  • Wenn man sich sieht, hat man sich kaum etwas zu sagen und fast nichts zu diskutieren.
  • Und wenn jemand etwas sagt, so hört die andere Partei kaum zu.
Und das häufigste Thema ist, dass man nicht zufrieden ist.
Und so folge ich diesem unschönen Muster, nachdem ich Sie in diesem Jahr erst zum dritten Mal sehe, und erkläre mich mit der Beantwortung meiner Interpellation nur teilweise zufrieden.

1.
Ich bin dankbar zu hören, dass der gesetzlich vorgesehene Ablauf bei Entlassungen funktioniert. Ich bin auch dankbar und froh zu hören, dass der Regierungsrat ein Gespräch mit der Roche plant und ich hoffe auch, dass der Regierungsrat und die Firma ein konstruktives Gespräch führen können.

2.
Der Regierungsrat führt aus, es seien neue Stellen für Niedrigqualifizierte geschaffen worden, er verweist auf die Grossbäckerei und Verteilzentrale der COOP AG. Ich bin mir nicht sicher, dass gerade die Grossbäckerei sehr viele niedrig qualifizierte Stellen ausweist. Sicher bin ich mir aber, es sich dabei handelt nicht um neue Stellen, sondern um eine Verlagerung von verschiedenen Bäckereien in eine Zentrale. Diese Stellen bestanden schon, teilweise im Kanton Aargau, teilweise im Kanton Basel-Stadt. Hier wurden keine neuen Stellen geschaffen. Hier hätte ich mir in der Antwort mehr Präzision erwünscht.

3.
Der Regierungsrat führt dann aus, dass er zusammen mit den Branchenverbänden Qualifizierungs- und Umschulungsmassnahmen prüft und verstärken will.
Geschätzte Damen und Herren und ich wende mich an diejenigen, welche direkten Kontakt zu den Sozialdiensten haben: Umschulungs- und Qualifizierungsmassnahmen sind sinnvoll. Jedoch gibt es immer Menschen, welche nicht umgeschult werden können, welche keine Ressourcen haben, sich umzuschulen. Es gibt Menschen, welche hier bei uns die ordentliche Schule abgeschlossen haben und nach zehn Jahren praktisch als Analphabeten gelten. Sie können keine Texte mehr lesen oder deren Inhalt erfassen. Sie sind bildungsfern. Und dabei handelt es sich nicht nur um Personen mit Migrationshintergrund, sondern auch um Schweizerinnen und Schweizer.
Viele IV-Verfahren kommen zu folgendem Schluss: Die betroffenen Menschen sind in ihrem ursprünglichen Beruf aus medizinischen Gründen nicht mehr arbeitsfähig, in einer angepassten Tätigkeit, insbesondere mit Wechselbelastung, wenig stehen, wenig gehen, wenig sitzen, sind sie zu 100% arbeitsfähig, und die IV geht davon aus, dass auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt genügend Stellen für Hilfsarbeiterinnen und Hilfsarbeiter bestehen. Somit haben diese Betroffenen keinen Anspruch auf Leistungen der IV, sie landen bei den Sozialdiensten. Dort angekommen, ist es ebenfalls sehr schwierig, sie erneut im Erwerbsleben zu integrieren.
Deshalb brauchen wir eine Vision, dass auch bei uns in der Schweiz Menschen, welche nicht mehr mithalten können mit der Anforderung an das ständige Umschulen, eine Arbeit haben und soviel verdienen, dass sie am sozialen Leben hier bei uns teilhaben können. Ansonsten verliert unsere ganze Gesellschaft. Auch der Regierungsrat führt aus, dass ein grosses volkswirtschaftliches Interesse besteht, niedrig qualifizierte Arbeitnehmende im Erwerbsleben zu erhalten.
Letztendlich bin ich erstaunt darüber, dass der Regierungsrat keine Angaben machen kann über die Entwicklung der Stellen mit niedrigem Kompetenzniveau im Aargau. Alle zwei Jahre wird eine Lohnstrukturerhebung gemacht. Daraus müsste hervorgehen, welche Stellen im Aargau noch vorhanden sind. Ich bitte den Regierungsrat auch, hier für zuverlässige Datengrundlagen zu sorgen. Für die Klärung eines grossen volkswirtschaftlichen Interesses sollte verlässliches statistisches Material vorhanden sein.
Zusammengefasst, ich wünsche mir, dass wir eine Vision für die Menschen entwickeln, welche nicht mehr umgeschult werden können und dennoch am Erwerbsleben teilnehmen können.



Einladung zur
Generalversammlung vom Donnerstag, 5. April 2018
Rheinfelden, 15. März 2018


Einladung zur Generalversammlung der SP Rheinfelden

DONNERSTAG 5. APRIL 2018, 19:30, LINDENSTRASSE 5

Liebe Mitglieder,
liebe Sympathisantinnen und Sympathisanten
Unsere Generalversammlung findet statt am 5. April um 19:30 an der Lindenstrasse 5, im Gemeinschaftsraum der Wohnbaugenossenschaft Zähringer.

Themen
  • Jahresbericht der Präsidentin
  • Jahresberichte von Brigitte Rüedin (letztes Jahr als Gemeinderätin und Frau Vizeammann), Peter Koller, Grossrat, Claudia Rohrer, Grossrätin
  • Jahresbericht Hans Roth, Kassier, Rechnung 2017 (plus Stellungnahme der Revisorin / des Revisors)
  • Mitgliederbeitrag 2017
  • Budget 2018 / 2019
  • Wahlen in den Vorstand / Revisorin / Revisor
  • Anträge aus der Versammlung (bitte schriftlich oder per E-Mail bis 25. März 2018 einreichen)
  • Vorankündigung Termine für Kommissionsmitglieder
  • Diskussion: Unsere Funktion als Partei – auf zu neuen Stadträtinnen und Stadträten, wir lassen uns nicht unterkriegen, aber wir brauchen euren frischen Wind!

Solidarische Grüsse


Claudia Rohrer
Präsidentin


Unsere Homepage www.sp-rhf.ch braucht Inputs!
Wer Text oder anderes beitragen kann, meldet sich bitte bei Peter Koller (peko@teleport.ch)





Interview zum Internationalen Frauentag mit Brigitte Rüedin (NFZ vom 8. März 2018)
«Die Männer sollten einfach mal zuhören»
Noch ist die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau nicht erreicht – dies erklärt Brigitte Rüedin. Die ehemalige SP-Stadträtin von Rheinfelden ist Mitglied des Vereins «Frauenrechte beider Basel» und OK-Mitglied von «Frauen und Politik Fricktal».

Valentin Zumsteg

NFZ: Frau Rüedin, heute ist Internationaler Frauentag. Braucht es einen solchen Tag?
Brigitte Rüedin: Ja, unbedingt. Im Moment sowieso. Vergangene Woche hat die Mehrheit des Ständerats jegliche Pflichten zur Bekämpfung der Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen abgelehnt. Sie hat die Revision des Gleichstellungsgesetzes an die Kommission zurückgewiesen und damit auf die lange Bank geschoben. Das macht mich wütend - und viele andere Frauen auch. Dies zeigen zahlreiche Mails, die ich zu diesem Thema erhalten habe.

Begehen Sie persönlich den Frauentag?
Ja, ich gehe an die Frauendemo in Aarau. Ich werde dort für die Umsetzung des Gleichstellungsgesetzes unter anderem in Form der Fachstelle für Familie und Gleichstellung und für Lohngleichheit demonstrieren. Das ist heute leider immer noch nötig.

Braucht es denn beim Lohn eine staatliche Regelung?
Es geht nicht anders. Irgendwann muss man die Lohngleichheit einfordern können. Deshalb ist es nötig, dass man überprüfen kann, wie die Löhne in grösseren Unternehmen verteilt sind. Das wollte die Vorlage, die der Ständerat zurückgewiesen hat.

Wie steht es heute aus Ihrer Sicht mit der Gleichberechtigung?
Wir sind in gewissen Bereichen sicher vorangekommen. Aber die in der Verfassung verankerte Gleichberechtigung von Frau und Mann ist noch nicht erreicht. Frauen verdienen bei gleicher Arbeit im Durchschnitt fast zehn Prozent weniger. Frauen sind in Führungspositionen krass untervertreten. Frauen sind Opfer von sexuellen Übergriffen. Wir leben immer noch in einer patriarchalen Gesellschaft. Die Anzeigen betreffend häuslicher Gewalt sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Ich bedaure es sehr, dass der Kanton Aargau aus Spargründen das Gleichberechtigungsbüro abgeschafft hat. Das war der Sache der Frau gar nicht förderlich. Aus meiner Sicht ist das ein klarer Rückschritt.

Haben Sie selber schon Nachteile erlebt, weil Sie eine Frau sind?
Ich bin in einem Dorf im Arbeitermilieu gross geworden. Ich war eine gute Schülerin, das hat Zuhause aber nicht viel gegolten. Meine Grossmutter meinte, ich solle keinen Beruf lernen, ich würde ja sowieso heiraten. Das Haushaltlehrjahr würde für mich reichen. Nur dank einem Lehrer, der sich für mich einsetzte, konnte ich die Kantonsschule besuchen. Das ist zum Glück alles lange her. Aber auch heute noch ist es für Frauen viel schwieriger, sich beruflich und politisch durchzusetzen. Sie werden übergangen oder nicht ernst genommen. Man hört ihnen weniger zu als Männern. Das habe ich an vielen Sitzungen selber erlebt.

Es gibt aber auch junge Frauen, die sagen, dass die Gleichberechtigung umgesetzt ist; dass sie alles erreichen können.
Ja, das stimmt in der Wahrnehmung von jungen Frauen, die noch in der Ausbildung sind. Später aber holt viele von ihnen die Realität ein, wenn es um die Vereinbarung von Familie und Beruf geht. Da sind wir noch weit entfernt von einer Gleichberechtigung.

Braucht es eine Frauenquote für Führungspositionen in Firmen?
Ja. Erfahrungen zeigen, dass dies etwas bringt. Natürlich will niemand eine Quotenfrau oder ein Quotenmann sein. Doch wenn es nicht anders geht, dann ist das ein gutes Mittel.

Wie sehen Sie das Verhältnis zwischen Mann und Frau allgemein?
Es ist sicher ausgeglichener als früher. Männer und Frauen begegnen sich heute eher auf Augenhöhe. Aus meiner Tätigkeit im Sozialbereich weiss ich aber, dass dies nicht überall so ist. Gerade Migranten aus Gesellschaften mit anderen Wertvorstellungen haben noch Probleme damit. Hier braucht es Aufklärung und auch Hilfe. Entsprechende Programme gibt es, aber sie kosten etwas und müssen auch angenommen werden.

Für die Zukunft: Was wünschen Sie sich von den Männern?
Sie sollten einfach einmal in Ruhe den Frauen zuhören. So kann man Empathie entwickeln und erfährt, welche Bedürfnisse Frauen haben.

Und was wünschen Sie sich von den Frauen?
Ich wünsche mir, dass die Frauen ihre Rechte einfordern und dabei nicht aufgeben. Ich bin überzeugt, davon profitiert die Gesellschaft als Ganzes.


Das sagt die SP Aargau zu den
Abstimmungsergebnissen vom 4. März 2018
Erfreuliches Bekenntnis zur SRG
Mit 68% Nein Stimmen wurde gestern die No-Billag Initiative deutlich von der Aargauer Stimmbevölkerung abgeschmettert. Die hohe Stimmbeteiligung von fast 52% zeigt, dass im Aargau ein deutliches Interesse am Service Public der SRG besteht. Ebenso ist das Nein ein klares Bekenntnis zu den lokalen TV und Radio Sendern, wie beispielsweise bei uns im Aargau das Radio Kanal K. Die Aargauerinnen und Aargauer wollen qualitativ hochwertige und unabhängige Medien und damit auch einen starken Service Public. Die SP Aargau nimmt dies erfreut zur Kenntnis und sieht sich in der Bemühung für einen starken Service Public bestätigt.

Neues Stipendiengesetz: Teurer Fehler
Enttäuscht ist die SP Aargau über die Annahme des Stipendiengesetzes. Damit ist der Aargau im kantonalen Vergleich der Stipendienvergabe auf den letzten Platz gerutscht und die bürgerliche Abbaupolitik macht den Kanton einmal mehr unattraktiver.
Thomas Leitch, Grossrat der SP Aargau meint: «Dieses Stipendiengesetz ist ein bildungs- und sozialpolitischer Fehler, der uns auch volkswirtschaftlich teuer zu stehen kommt. Bildungspolitisch, weil damit die Zahl der Studienabbrecher erhöht wird, sozialpolitisch, weil eine vermeintliche Sparübung auf dem Buckel von 6,3 % der Studierenden ausgetragen wird, die sich ein Studium nicht leisten können und sich nun verschulden müssen. Teuer, weil viele Stipendienbezüger ihr Studium verlängern werden, weil sie sich nicht verschulden wollen und ein Stipendium von rund 10 000.- nirgends hinreicht.»
Einmal mehr sind es die tiefen Einkommen auf deren Buckel die bürgerliche Abbaupolitik ausgetragen wird. Die SP Aargau wird die Auswirkungen dieser Stipendiengesetzrevision sehr genau beobachten und auch eine Überprüfung verlangen.


Leserinnenbrief von Brigitte Rüedin, Rheinfelden
Weibliche Talente im Nachteil
zur Kolumne von Margrit Stamm in der Aargauer Zeitung vom 12. Februar 2018

Erziehungswissenschafterin Margrit Stamm berichtete über die Benachteiligung der weiblichen Talente in der Berufsbildung. Mich erstaunt dies nicht, ihre Argumente sind nachvollziehbar. Zur Zeit ist die Genderfrage ziemlich oft in den Medien präsent. Diskussionen über gleichen Lohn für Mann und Frau, um Frauenquoten, mehr Frauen im Bundesrat und in den Verwaltungsräten sowie die "Me Too-Debatte sind allgegenwärtig. Dahinter verbergen sich aber strukturelle Probleme, die es jetzt und in den nächsten Jahren zu lösen gilt. 51 % der Bevölkerung ist weiblich und braucht die Unterstützung der männlichen 49 %, die ebenfalls profitiert, wenn in allen Bereichen gleiche Rechte gelten. Dafür ist es wichtig, dass z.B. die Gleichstellung im Aargau vorwärts getrieben wird. Die Fachstelle für Gleichstellung im Kanton Aargau zu streichen ist keine nachhaltige Aktion des Regierungsrates unterstützt vom Parlament. Gleichstellungs- und Frauen*anliegen im Kanton Aargau sollen wieder auf die politische Traktandenliste gesetzt werden! Letztlich profitieren wir als Gesellschaft enorm, wenn fähige Frauen gleich wie Männer überall mitwirken können.


Auch auf gibt's uns.


© 2018 | SP Rheinfelden | aktualisiert am 18. Mai 2018

Präsidentin: Claudia Rohrer, 061 831 70 33